TarotTruhe

bunte Magie
 
StartseiteStartseite  ImpressumImpressum  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Austausch | 
 

 Szene

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Vetch

avatar

Anzahl der Beiträge : 502
Anmeldedatum : 26.01.14

020515
BeitragSzene

Freitag, 21. Dezember 2012, 20:28

Ich persönlich habe eine sehr erhellende Szene mit meiner Hohepriesterin und meiner Prinzessin erlebt. Plötzlich gings ab in mir. :)
Zwei Tage danach las ich in Satis Narzissmus Faden:

   Zitat von »Sati«

Zitat :

  Der Hunger nach Anerkennung, Liebe und Bewunderung führt meist dazu, dass sozial inakzeptable Persönlichkeitsanteile ins Unterbewusste abgedrängt werden und zu einer relativen Persönlichkeitsspaltung führen. Diesen kann man sich sehr gut mit (mythologischen) Archetypen annähern, ähnlich wie sie Vetch in ihrem Thread beschreibt. Das ist nicht nur überaus hilfreich und heilsam, sondern auch noch spannend und interessant und aus meiner Sicht gerade für psychologische Laien selbstständig anwendbar. Durch das Hineinfühlen in diese mythologischen Rollen und ihr Ausfüllen mit bestimmten Charakteristika, ist es möglich über die reine Verstandesebene hinaus innerpsychisch zu agieren.



Aye. :D

Das kam nämlich so.
Ich wanderte neulich gemütlich meine Grenzen entlang - ich kenn die immer noch nicht wirklich gut. Manchmal scheinen sie gar nicht da zu sein, manchmal kann ich gar nicht genau erkennen, wo ich aufhöre und mein Gegenüber anfängt.
Aber ich war da nicht zum ersten Mal unterwegs, in meinem Grenzgebiet. Mit den Jahren hab ich doch einige Erfahrung erlangt, und ich war grad damit beschäftigt, bisschen was wegzuschaufeln, was neulich über meine Grenze in meinem Reich abgeladen worden ist (auf meine eigene Einladung hin, muss ich dazu sagen) aber da überhaupt nicht hingehört.
Angenehme Arbeit, hat was Meditatives, tut mir gut. Ich finde sogar ab und zu nen kleinen funkelnden Stein in dem Haufen, den ich gebrauchen kann und aufhebe. Ich sing mir eins dabei.
Wie ich so am Schaufeln bin, da stapft plötzlich an mir vorbei, hoch aufgerichtet, entschlossenen Schrittes, diese große hagere Frau mit der Maske. Wie immer ganz in weiß. Ihre rechte Hand liegt auf dem Griff des Schwertes, das sie immer an ihrer Seite trägt. Schnurstracks steuert sie auf die Grenze zu, und sie hat doch tatsächlich das Schwert schon halb aus der Scheide gezogen! Das geht ja mal GAR nicht!
Ich brülle
"STOP!"
Sie erstarrt.
"Wo willst du hin, wenn ich fragen darf?"
Wie ein Turm steht sie da, das Schwert halb aus der Scheide, den Rücken zu mir. Wie eine Salzsäule.
"Wo willst du hin?" frage ich noch mal, freundlicher.
Sie rührt sich immer noch nicht, aber ich höre ihre brüchige, kratzige Stimme sagen
"Rüber. Den zerleg ich!"
"Huh? Wen? Warum?!?"
"Er hat dich beleidigt!"
"Hä? Unfug und Humbug. Niemand hat mich beleidigt; das wüsst ich.
Reg dich ab! Steck dein Schwert wieder ein und komm zurück.
Sofort!"
Sie rührt sich nicht, sie gehorcht mir nicht, nur das Schwert zuckt noch ein kleines bisschen weiter aus der Scheide.
"Ich zerleg ihn" flüstert sie heiser.
Sie sieht sogar von hinten furchterregend aus.

Ich weiß nicht, wo der Impuls herkommt. Ich lasse die Schaufel fallen, laufe zu ihr und umarme sie von hinten. Unglaublich, sie wird sofort noch steifer.
"Hey", sag ich. "Hey, reläx. Das ist nicht gesund, wenn du dich immer so aufregst! Das muss dich doch schrecklich anstrengen. Außerdem will ich hier kein Blut sehen. Von niemandem!"
Die Salzsäule wird ein bisschen weicher. Ich löse meine Arme und drehe sie um. Sie wehrt sich nicht. Sie steht mir gegenüber, meine Hände auf ihren Armen. Ihre weiße, glatte, blinde Maske ist entsetzlich anzusehen.
Ich hebe die Hände zu ihrem Gesicht und nehme ihr die Maske ab. Sie lässt es geschehen.
Darunter ist eine alte Frau. Eine alte Frau mit einem strengen Gesicht, mit tiefen, bitteren Furchen um den Mund und um die Augen. Und in diesen Augen stehen Tränen.
Aber sie blinzelt nicht. Wenn sie blinzeln würde, würden ihr die Tränen über die Wangen laufen, und ich weiß: eher würde sie sich selber in ihr Schwert stürzen.
Ich tu so, als sähe ich die Tränen nicht. Ich sage
"Sag mal, hast du nicht diesen schönen großen Kessel?"
Sie runzelt die Stirn, sie überlegt. Sie nickt.
"Den brauch ich, ich will was kochen. Ich erwarte Gäste." sag ich.
"Ich weiß nicht..." sagt sie mit ihrer krächzenden Stimme "Ich weiß nicht genau, wo er ist..."
"Dann such ihn" sag ich.
Sie nickt wieder. Setzt sich in Bewegung ins Landesinnere, wo sie ihr Haus hat. In dem irgendwo der Kessel sein muss.
"Lass das Schwert hier", sag ich.
Sie dreht sich um. "Mein Schwert? Das habe ich noch nie aus der Hand gegeben!"
"Du brauchst es aber doch nicht, im Landesinnern. Ich kanns hier brauchen, an der Grenze. Gibs mir.
Bitte."
Zögernd gibt sie mir das Schwert.
Dann, mit einem viel leichteren Schritt, eilt sie in Richtung ihres Hauses, den Kessel zu finden.

Fein!

Ich guck mir das Schwert an. Es ist echt schön, ich mag Schwerter. Ich kann gut mit ihnen umgehen, beim Tanzen geben sie so einen ganz eigenen Schwung, wennde sie geschickt schwingst.
Aber das hier ist wirklich sehr lang und breit und echt schwer.
Weil das hier mein eigenes magisches Reich ist, gehorchen mir die Dinge, wenn ich wirklich WILL. Diesmal will ich wirklich, und das Schwert schrumpft ein zu einem praktischen, scharfen Küchenmesser.
Fein.
Ich stecke das Messer in meinen Gürtel, bücke mich nach der Schaufel und will grad weiterschaufeln,
da steuert an mir vorbei, auf die Grenze zu, eine Frau. In den Händen hält sie ein silbernes Tablett, darauf ein riesiger rosa Kuchen.
Sie ist aufgedonnert in einem schwarzen Minirock, ein enges Top mit weitem Ausschnitt, dazu superunpraktische Highheels. Ich kann nicht genau sehen, wie sie aussieht, sie ist völlig überschminkt.

Nä, neh?

"Und wo willst jetzt du hin mit diesem Zuckerberg?"
Sie dreht sich um, knickst, lächelt süß, und sagt
"Du warst so unfreundlich zu dem netten Mann, er hat sich solche Mühe gegeben, und du hast dich gar nicht bedankt! Ich will mich entschuldigen!"
"Hä?!?
Was geht hier AB!? ARGH!
Komm mal her!"
Sie gehorcht. Immerhin.
So von Nahem sieht der Kuchen noch abenteuerlicher aus. Der dicke rosa Zuckerguss ist verziert mit roten und gelben Herzchen, silbernen Kügelchen, lila Blümchen, grünen Marzipanblättern - mir wird ganz schwummrig von dem Anblick.
"Gib mir mal diesen- Was IST das für ein... Kuchen? Ist da überhaupt Kuchen, unter all dem Zuckerguss?"
"Natürlich!" sagt sie und zieht eine Schnute. "Ich kann sehr gut backen!"
"Ist das so?
Gib jetzt her!"
Zögernd überlässt sie mir das Tablett. Es ist schwerer als ich dachte, und ein Duft - nein, ein süß-klebriger Geruch von viel zu vielen künstlichen Aromen steigt mir in die Nase. Schawürg!
Ich balanciere das Tablett auf einer Hand, ziehe mein Messer aus dem Gürtel und kratze bisschen an dem Zuckerguss.
"NEIN!" quietscht sie. "Das darfst du nicht, der Kuchen ist für den netten Mann!"
"Pass auf," sag ich, "ich sorg dafür, dass der Mann den Kuchen bekommt, und du gehst und hilfst der alten Lady, den Kessel zu finden und zu schrubben. Wir wollen dann was kochen, wir bekommen Besuch."
"Besuch? Super!
Ich kann gut kochen!"
"Bestimmt...
Wartet mit dem Kochen auf mich! Unbedingt!"
"Jaa... Meh."
"Los jetzt."
Sie wuselt ab.
"Warte mal!"
Sie hält an, und ich geh zu ihr und wische ihr mit meinem (unbenutzen und unbespuckten!) Taschentuch die Farbe aus dem Gesicht. Himmel, die 'Frau' ist ein kleines Mädchen, vielleicht 13 oder so!
"Hast du dir den BH ausgestopft?"
Sie nickt.
"Als erstes zieh dir mal was anderes an!"
"Möh."
"Du brauchst keinen BH! Lass dir von der Lady was geben, die hat bestimmt nen hübsches weißes Kleid für dich. Und zieh diese Schuhe aus, damit kannst du ja gar nicht richtig laufen.
Ich bring dir dann Tanzen bei, ja?"
"JAH!" sagt sie. Rennt los, kickt dabei die Highheels von den Füßen. Kleines Mädchen. Ich guck ihr lange hinterher.
Dann kratze ich den ganzen Zucker von dem Dings auf dem Tablett. Darunter ist ein ziemlich kleiner brauner Kastenkuchen. Ich mach mir ein kleines Stück ab, um zu probieren.
Die Kleine kann tatsächlich was. Scheint mit Honig und Früchten gesüßt, ist richtig lecker.
Ich stell den kleinen Kuchen an die Grenze, als Dankeschön.

Dann mach ich mich auf zu dem Haus, wo die beiden den Kessel schon gefunden, geschrubbt und übers Feuer gehängt haben.
Wir ham zu tun, wir erwarten Gäste. Es wird gutes Essen geben, und Musik, Gesang und Tanzen. Und so.

Ich freu mich!
Nach oben Nach unten
Diesen Eintrag verbreiten durch: Lesezeichen erzeugenDiggRedditDel.icio.usGoogleLiveSlashdotNetscapeTechnoratiStumbleUponNewsvineanzeigenYahooSmarking

Szene :: Kommentare

Keine Kommentare.
 

Szene

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 

Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
TarotTruhe :: The Mgt. :: der alte Boardblog-
Gehe zu: